Lichtwerfer
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Wissenswertes über Lachyoga

Ich lache für mein Leben gern!

 

Dass Lachen gesund ist, weiß jedes Kind. Der Volksmund sagt es und jeder von uns kann spüren, wie wohl uns das Lachen tut. Warum Lachen gesund ist, damit beschäftigt sich die Wissenschaft der Gelotologie (griech. Gelos: Lachen). Ja, es gibt sie wirklich, die Wissenschaft, die sich mit den körperlichen und psychischen Auswirkungen des Lachens beschäftigt. Trotz des lachhaften, ja scheinbar lächerlichen Themas, gibt es hier seit 1964 sehr ernsthafte Forschungsbestrebungen, um das Lachen und den Humor als therapeutisches Mittel einzusetzen. So unterscheiden Verhaltensforscher allein 18 verschiedene Arten von Lächeln, wobei lediglich eine einzige Variante Ausdruck eines spontanen, ehrlichen Vergnügens ist- erstaunlich oder?

 

Was ist also am Lachen dran, das Therapeuten und Ärzte am Lachen in der Behandlung von Menschen interessiert und es zum Beispiel in der Arbeit der Klinikclowns anwenden lässt?

 

Schauen wir uns dazu an, was Lachen im Körper offensichtlich und auch verborgen macht. Zuerst einmal bewegen wir natürlich jede Menge Muskeln, nicht nur die Gesichtsmuskeln, sondern mindestens auch die Schulter-,  Brust- und Bauchmuskulatur sowie das Zwerchfell. Wir vertiefen reflexartig die Einatmung und vor allem auch die Ausatmung und sorgen so für einen verbesserten Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid in der Lunge und nachfolgend in allen Körpergeweben.

 

Mit dem Lachen nutzen wir die wechselseitige Verbindung zwischen Körper und Geist, denn bereits die Bewegung des Lachens erzeugt Emotionen. Unser Gehirn unterscheidet kaum zwischen vorgestellten und tatsächlich durchgeführten Handlungen. Der rein körperliche Akt des Lachens bedingt also in jedem Fall, dass das Gehirn mehr inneres Glück und Freude empfindet.

Darauf sind wir bereits seit unseren Kindertagen programmiert und  wenn dies nun wieder häufiger (aus-)geübt wird, entwickelt sich sehr schnell erneut eine verstärkte positive Konditionierung  der Emotion „Freude“ gekoppelt mit der körperlichen Erfahrung des Lachyoga. Getreu dem Motto „Fake it until you make it“ (Tu so, bis Du es tatsächlich tust) lachen wir also (zunächst) grundlos und ernten damit den gleichen psychologischen und physiologischen Nutzen, den ein „begründetes“ Lachen erzeugen würde. Ich kann Ihnen aber versichern, dass in einer Gruppe über absolut nichts zu lachen, so absurd ist, dass es uns unweigerlich zum Lachen bringt.

 

Was macht aber das Lachen nun im Verborgenen in unserem Körper?

 

Lachen hilft gegen Stress. 

„Nirgends können wir uns so gut von uns selbst erholen, wie im Windschatten der Vernunft“,  hat jemand gesagt, den ich aus Unkenntnis nicht namentlich zitierten kann.  Lachen reduziert unsere Stresshormone wie z.B. Cortisol und Adrenalin. Nachfolgend werden natürlich auch die negativen Einflüsse die Stresshormone auf unsere anderen Systeme haben reduziert. Auch haben Universitäten in den USA gezeigt, dass Menschen kreativer denken können, wenn sie amüsiert sind. Das kontrollierte Denken wird durch das Lachen kurz unterbrochen und so Platz für mehr  Kreativität geschaffen. Das Lachen verändert die Gedankenwelt und lässt uns zu mancher Herausforderung durch die Veränderung des Standpunktes ein wenig Abstand  herstellen und hilft so Situationen neu zu bewerten. Auch begegnen wir unserer Umwelt und uns selbst positiver und aufgeschlossener, wenn wir heiter sind.

 

Lachen entspannt.

Lachen trainiert eine Vielzahl von Muskeln. Nach der Anspannung der Muskulatur und vor allem des Zwerchfells, das wir im Alltagsmodus viel zu wenig beim Atmen bewegen, weil wir zu flach atmen, kann sich die Muskulatur anschliessend viel leichter entspannen. Wir fühlen uns wie nach ein bisschen Sport wohlig- gelöst. Darüberhinaus löscht das Lachen in dem Moment in dem es stattfindet alle Empfindungen, die mit Angst zu tun haben, aus. Sehr entspannend...

 

Lachen ist ein Herz-Kreislauftraining.

Ein herzhaftes Lachen trainiert das Herz so wie etwa 15 Minuten Ergometertraining. Außerdem weiten sich beim Lachen die Blutgefäße und die Elastizität der Innenauskleidung der Arterien und Venen nimmt zu, da mehr Blut in den „Lachmuskeln“ benötigt wird.

 

Lachen stärkt das Immunsystem.

Studien haben gezeigt, daß das Lachen die Menge an Abwehrstoffen im Blut wie Immunoglobulin A, B-Lymphozyten, Gamma-Interferon, natürliche Killerzellen und T- Helferzellen steigert. Die Veränderungen sind teils nach Tagen noch messbar. Dies steht auch im Zusammenhang mit der Reduktion der Stresshormone, denn diese reduzieren unsere Immunfunktionen. 

 

Lachen als natürliches Schmerzmittel

Das Lachen kurbelt die Produktion von Beta-Endorphinen im Körper kräftig an. Tatsächlich haben Studien gezeigt, dass bereits die Erwartung von Lachen  dazu führt, dass 27% mehr Beta-Endorphine gebildet werden.  Sie sind unsere körpereigenen Schmerzmittel, die ganz ohne Nebenwirkungen gegen Schmerzen und für gute Laune und somit antidepressiv wirken. Wenige Minuten Lachen können zu einer Schmerzerleichterung führen, die mehrere Stunden anhalten kann.

 

Der Effekt des Lachens ist aber dosisabhängig. Um den wissenschaftlich nachgewiesenen gesundheitlichen Nutzen des Lachens voll auszuschöpfen, sollten wir mindestens 10 bis 15 Minuten ununterbrochen lachen. Natürliches Lachen kommt normalerweise mal hier und mal dort für wenige Sekunden oder Minuten vor, da es von Bedingungen und Gründen abhängt und wir es dem Zufall überlassen. Es reicht in Menge und Intensität nicht aus, um die gewünschten physiologischen und biochemischen Veränderungen in unserem Körper in Gänze auszulösen. Daher üben wir beim Lachyoga das Lachen zu verlängern. Auch sollte das Lachen laut und mit dem Zwerchfell, also aus dem Bauch heraus geschehen. Viele empfinden dies aber als nicht als „gutes Benehmen“, daher eignet sich die geschützte Umgebung eines Lachyoga-Clubs hervorragend um eventuell vorhandene Hemmungen zu überwinden. Wenn ein Körper die Fähigkeit erlangt ohne Grund zu lachen, wird man fortan überall und jederzeit lachen können.

 

Wie läuft aber nun eine Lachyoga-Session ab.

Unser Lachyoga-Club trifft sich einmal in der Woche für eine Stunde. Die Teilnahme ist kostenlos.

Unsere Lachyoga-Leiterin Brigitta Brand hat eine Ausbildung zur zertifizierten Lachyoga-Leiterin  nach der Dr. Kataria School of Laughter Yoga absolviert (Dr. Kataria gründete 1995 den ersten Lachyoga-Club in  Mumbai) und schenkt uns ihre Zeit. 

 

Wir beginnen mit Klatsch- und Aufwärmübungen, die den Energiekreislauf mittels der in den Händen befindlichen Akupressurpunkten anregen. Wir fahren fort indem wir die Lachsilben „Ho-Ho-Ha-Ha-Ha“ hinzufügen. Die Teilnehmer bewegen sich dabei im Raum und schauen einander in die Augen. Es folgen Atemübungen im Wechsel mit Lachübungen. Die Lachübungen haben zum Teil Yogabezug (wie z.B. das brüllende Löwenlachen). Es gibt aber auch spielerische Lachübungen mit schauspielerischen Elementen (z.B. wir trinken einen Lachshake, cremen uns mit Lachcreme ein, suchen an unserem Körper unseren Lachpunkt, Lachen mit einem fiktiven Telefonpartner am Handy,....) und wertbasierte Lachübungen, die das Ziel haben Gesten und Situationen durch Lachen mit positiver Emotion zu koppeln. Hierzu gehören z.B. das Begrüßungslachen, das anerkennende Lachen und das Vergebungslachen.

 

Die Lachübungen werden jeweils mit einer festgelegten Klatsch- Sprechübung abgeschlossen. Ein Ziel des Lachyogas ist es unser kindlich-verspieltes Verhalten neu zu kultivieren, dazu kommt eine fröhliche Sprechübung zum Einsatz. Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Sprechen von „Gibberisch“ (Kauderwelsch) einer Fantasiesprache die zu total sinnlosen Unterhaltungen führt, aber trotzdem Gefühle transportieren kann. Auch kann man in der Gruppe unter Blickkontakt miteinander Freies Lachen praktizieren- eine tolle Erfahrung! Um das Energieniveau zum Ende der Session wieder zu normalisieren und Entspannung zu ermöglichen,  folgen einige Erdungsübungen und eine Phase einer geleiteten Tiefenentspannung.

 

Wir gehen gestärkt und entspannt für eine Woche wieder unserer Wege, nehmen aber die Gruppe als Quelle der Verbundenheit des menschlichen Miteinanders und einer heiteren Gelassenheit mit nach Hause und können so das Wesen des Lachens in den Tag tragen und so einiges von dem was uns begegnet vielleicht etwas leichter nehmen und einen liebevollen und freundlichen Umgang mit uns und unseren Mitmenschen pflegen. Ich bin davon überzeugt, dass Lachen wesentlich dazu beiträgt, dass es mir nicht nur psychisch, sondern auch körperlich besser geht.

 

Es gibt allerdings auch Kontraindikationen, die wie viele weitere Informationen z.B. auf den Internetseiten von laughteryoga.org/deutsch/home und lachverband.org zu finden sind.

 
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© Brigitta Brand